Kryptologie
Die Kryptologie umfasst die beiden Bereiche Kryptographie und Kryptoanalyse. Das Wort „kryptos“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt soviel wie „versteckt“ oder „verborgen“. Die Endung „-logie“ steht bekanntermaßen für „Lehre“. Damit ist klar, dass die Kryptologie die Lehre des Verborgenen bzw. des Verbergens ist. In der Informatik steht die Kryptologie für technische Verfahren in der Informationssicherheit.
Früher behandelte die Kryptologie vor allem Verschlüsselungsverfahren. So leistete beispielsweise schon der römischen Feldherrn Gaius Julius Caesa mit seiner „Caesar-Verschlüsselung“ seinen Teil zur Kryptologischen-Geschichte bei. Im Mittelalter beschäftigten sich vor allem Mönche mit der Ver- und Entschlüsselung von Botschaften.
Heutzutage werden nicht mehr nur (elektronische) Nachrichten verschlüsselt, sondern es sind neue Bereiche zur Verschlüsselung hinzugekommen, wie beispielsweise digitale Signaturen, Identifikationsprotokolle, kryptografische Hashfunktionen (wie auch auf Blue Ray DVD´s zu finden) oder Geheimnisteilung. Viele neue, bequeme Dienste im Internet sind erst durch die Weiterentwicklung von kryptografischen Verfahren ermöglicht worden. Online-Banking wäre ohne eine ausreichende Verschlüsselung und weiteren Sicherheitsmaßen kaum denkbar.
Wie am Anfang des Textes schon erwähnt, setzt sich die Kryptologie aus den beiden Teilbereichen Kryptografie und Kryptoanalyse zusammen. Dabei versteht man unter der Kryptografie die Entwicklung und Anwendung der einzelnen Verfahren, während sich die Kryptoanalyse mit den Stärken und Schwächen der Verfahren beschäftigt. So versucht die Kryptografie beispielsweise einer Entzifferung des verschlüsselten Systems/Nachricht zu entgehen, während die Kryptoanalyse genau mit dem Gegenteil beschäftigt ist und die verschlüsselte Nachricht entschlüsseln/brechen möchte. Damit könnte man die Kryptoanalyse als Gegenspieler zur Kryptografie sehen. Um wieder auf den Überbegriff zu sprechen zu kommen, bezeichnet man die Kryptographie und Kryptoanalyse auch als defensive und offensive Kryptologie.
Kryptologische Verfahren haben nicht nur in der Vergangenheit eine wichtige Rolle gespielt (z.B. die deutsch Enigma im zweiten Weltkrieg), sondern werden auch in der Zukunft eine immer größere Bedeutung erfahren.
Tags: Kryptologie
Am 25. Januar 2010 um 22:07 Uhr
Verständlich und prägnant dargestellt, finde ich.
Den Ausdruck “Kryptoanalyse” kannte ich noch gar nicht. Vielleicht sollte man noch der Vollständigkeit halber die Steganographie erwähnen. Die ist zwar ähnlich der Kryptographie, ist aber doch von ihr zu unterscheiden.
Am 3. Februar 2010 um 20:36 Uhr
Als ich den Artikel gesehen habe, dachte ich nur: Was ist das?
Aber nun kann ich es besser verstehen. Danke.